Übersicht
Der Schneehase (auch Lepus timidus) ist ein mittelgroßes Säugetier aus der Ordnung der Hasenartigen, das in Nordeuropa und Zentralasien heimisch ist. Sein Verbreitungsgebiet reicht von Schottland und Skandinavien über Russland bis in Teile Nordchinas, der Mongolei und der japanischen Insel Hokkaido. Er lebt in Gebirgsregionen und bevorzugt kühle Klimazonen und Bereiche mit dichter Bodenvegetation wie Heidekraut, Sträucher und felsige Flächen. Schneehasen sind hervorragend an verschneite Lebensräume angepasst und verfügen über eine saisonale Tarnung: Ihr Fell wird im Winter weiß und im Sommer braun oder grau. Erwachsene Tiere erreichen eine Körperlänge von 45 bis 65 cm, dazu kommt ein Schwanz von 5 bis 10 cm. Weibchen sind im Allgemeinen größer als Männchen und wiegen 3 bis 4,2 kg, Männchen zwischen 2,5 und 3,8 kg.
Aussehen
Männlich
Weiblich
Jungtier
Größe & Gewicht
Größe
Nase bis Rumpfende: 0.5 to 0.55 m
Gemessen als Nase bis Rumpfende. Die Person ist als Maßstab 1.75 m groß.
Gehegeanforderungen
Barrierestufe
Stufe 1 von 5
Mindesthöhe
mindestens 1.25 m
Klettern & Wasser
Klettersicher
Not needed
Wasserbarriere
Allowed
Größe der Wasserbarriere
3 m breit, 1 m tief
Gehegebedürfnisse
Mindestfläche
Land
200 m² + 90 m² pro zusätzlichem Tier
Rückzugsort
5 m² pro Tier
Umgebung
Temperatur
-30 bis 25°C
Bepflanzungsdichte
15-100%
Gehege
Gehege
Gelände
- Gras 30-100%
- Kurzes Gras 25-100%
- Sand 10-30%
- Erde 0-40%
- Fels 0-40%
Ernährung und Beschäftigung
Ernährung
- Heu
- Pflanzenfresser-Pellets
Beschäftigungsobjekte
Arterhaltung
IUCN Rote Liste
Nicht gefährdet
Nicht gefährdet
Vom Aussterben bedroht
Der Schneehase ist eine Art, die als nicht gefährdet gilt. Zu den größten Bedrohungen gehören der Verlust ihres Lebensraums, der Klimawandel, die Konkurrenz durch eingeführte Arten und nicht nachhaltige Bestandsreduzierungen. In Großbritannien dachte man fälschlicherweise, dass Schneehasen zur Übertragung von Krankheiten bei Moorhühnern beitragen, und hat sie deshalb massenhaft abgeschossen. Der Klimawandel hat zu einer Verkleinerung ihres Lebensraums und einer zunehmenden Diskrepanz zwischen der saisonalen Fellfarbe und der Schneedecke geführt, wodurch die Hasen anfälliger für Raubtiere geworden sind. In Mitteleuropa bedrohen Hybridisierung und Konkurrenz mit Europäischen Feldhasen (Lepus europaeus) isolierte Bestände zusätzlich. In Schottland stehen Schneehasen seit 2020 vollständig unter Naturschutz und dürfen ohne Genehmigung nicht mehr getötet werden. Maßnahmen zum Schutz der Lebensräume in Hochlandheiden und Mooren tragen dazu bei, die lokalen Bestände zu erhalten. Die Wiederansiedlungsbemühungen waren bislang nur teilweise erfolgreich. Weiterführende Forschung, Überwachung und Wiederherstellung von Lebensräumen sowie Maßnahmen zur Eindämmung der Auswirkungen des Klimawandels und zur Verhinderung von Hybridisierung sind unerlässlich, um das langfristige Überleben der Schneehasen in Europa und Asien zu sichern.
Zoopedia-Skizzenbuch
Sozialverhalten & Fortpflanzung
Notizen für Tierpfleger
Obwohl Schneehasen meist allein unterwegs sind, suchen sie zur Paarungszeit den Kontakt zueinander und versammeln sich manchmal an Nahrungsquellen, wenn das Futter knapp wird. Die Paarungszeit der Schneehasen dauert je nach regionalem Klima und Breitengrad von Januar bis September. Während dieser Zeit zeigen die Tiere Balzverhalten – am bekanntesten ist das sogenannte Boxen im Frühjahr, wobei die Weibchen übermäßig aufdringliche Männchen abwehren oder deren Ausdauer auf die Probe stellen. Männchen verfolgen Weibchen oft in Gruppen und schließen sich dafür vorübergehend zusammen. Dennoch sind die Weibchen während der Paarung dominant, leiten den Kontakt ein oder lehnen Annäherungsversuche ab. Nach der Paarung beträgt die Tragzeit der Weibchen etwa 47 bis 54 Tage. Sie können unter günstigen Bedingungen bis zu 4 Würfe pro Jahr bekommen. Jeder Wurf besteht in der Regel aus bis zu 4 Jungtieren. Anstatt ein Nest zu bauen, setzt die Mutter jedes Junge in eine flache Mulde, was das Risiko, von Raubtieren aufgespürt zu werden, verringert. Sie besucht ihren Nachwuchs nur kurz in der Dämmerung, um die Kleinen zu säugen. Mutter und Jungtier verhalten sich dabei ganz still, um nicht entdeckt zu werden. Die Jungtiere werden nach 3 bis 4 Wochen entwöhnt und wachsen schnell. Sie erreichen die Geschlechtsreife mit 6 bis 8 Monaten und paaren sich typischerweise im folgenden Frühjahr.
Gruppe und Zucht
Gruppe
Gruppengröße
1 – 5 (bis zu 4 Männchen, bis zu 4 Weibchen)
Männliche Junggesellengruppe
1-5
Weibliche Junggesellengruppe
1-5
Nachwuchs-Verbreitung
Keine
Lebenszyklus und Zucht
Lebenserwartung
4-10 Jahre
Alter: Geschlechtsreife
1 Jahr
Alter: Sterilität
Tod
Trächtigkeit oder Brutdauer
1.6 Monate
Zeit zwischen Geburten
10.4 Monate
Wurfgröße
1-4
Paarungsverhalten
Promiskuitiv
Paarungszeit
Frühling und Sommer
Fortpflanzung in Gefangenschaft
Sehr leicht
Dominanz
weibliche Dominanz
Tierfakten
- Schneehasen haben große, an den Schnee angepasste Füße, die es ihnen ermöglichen, auf der Schneedecke zu laufen, ohne einzusinken.
- Sie sind extrem schnell, können Geschwindigkeiten von bis zu 64 km/h erreichen und laufen steile Hänge mit Leichtigkeit hinauf.
- Bevor sie sich zum Ausruhen niederlassen, bewegen sich Schneehasen eine Zeit lang in unregelmäßigen Zickzacklinien, um es Raubtieren zu erschweren, ihre Spur zu verfolgen.
- Im Gegensatz zu anderen Hasenartigen werden Schneehasen-Jungtiere vollständig behaart und mit offenen Augen geboren.
- Schneehasen sind nachtaktiv und verstecken sich tagsüber in flachen Mulden im Boden.
Taxonomie
Klasse
Ordnung
Familie
Gattung
Spezies