Overview
Der Sandtigerhai (Carcharias taurus), auch bekannt als Grauer Sandhai oder Schnauzenhai, ist eine große Haiart, die in den seichten Küstengewässern gemäßigt warmer und subtropischer Ozeane weltweit vorkommt. Sandtigerhaie haben eine klassische haifischartige Körperform, wirken aber im Vergleich zu einigen anderen Haiarten recht massig. Sie sind blass graubraun mit braunen Flecken und einer weißen Bauchseite. Ihre Schnauze ist spitz und ihr Maul steht üblicherweise offen, wodurch das dreireihige Revolvergebiss zu sehen ist. Wie bei vielen anderen Haien sind bei Sandtigerhaien die Weibchen größer als die Männchen. Während die Männchen 2 bis 2,5 m lang werden und 90 bis 120 kg wiegen, werden die Weibchen 2,2 bis 3,2 m lang und 110 bis 159 kg schwer.
Found in Gemäßigte und subtropische Küstenregionen weltweit
Regions
- Atlantischer Ozean
- Indischer Ozean
- Pazifischer Ozean
Biomes
Gehegeanforderungen
Male
Female
Juvenile
Colourmorphs
Ernährung und Beschäftigung
Barrier grade
Grade 3 of 5
Minimum height
1 m minimum
Climbing & water
Climb proof
Not needed
Water barrier
Not allowed
IUCN Rote Liste
Minimum area
Deep water
420 m² + 240 m² pro zusätzlichem Tier
Environment
Temperature
16 bis 28°C
Plant coverage
0-70%
Water salinity
Salzwasser
Enclosure
Aquarium
Terrain
- Fels 0-20%
- Sand 20-100%
- Erde 0-100%
Sozialverhalten & Fortpflanzung
Notizen für Tierpfleger
- Ganzer Fisch
- Tintenfisch
Conservation
Gruppe und Zucht
Vom Aussterben bedroht
Least concern
Critically endangered
Sandtigerhaie sind vom Aussterben bedroht. In den letzten Jahrzehnten ist die Population um 80 bis 90 % zurückgegangen – in erster Linie aufgrund menschlichen Handelns. Wegen ihrer Flossen, die in China und Südostasien als Delikatesse gelten, sind sie extremer Überfischung ausgesetzt; außerdem enden sie oft als Beifang. Da sie bevorzugt in seichten Küstengewässern leben, leiden sie oft unter Wasserverschmutzung, zerstörerischen Fischfangtechniken und Lebensraumverlust durch Küstenbebauung. Außerdem sind sie wegen ihrer langsamen Fortpflanzungsrate (jedes zweite bis dritte Jahr nur ein bis zwei Jungtiere) anfälliger für nicht nachhaltige Bestandsreduzierungen. Um diesen Problemen zu begegnen, haben viele Länder Fangbeschränkungen erlassen. In manchen Ländern ist der Fang von Sandtigerhaien komplett verboten. Es wird noch diskutiert, den Sandtigerhai in das sogenannte Übereinkommen zur Erhaltung wandernder wild lebender Tierarten (auch „Bonner Konvention“ genannt) aufzunehmen, damit es mehr internationale Zusammenarbeit hinsichtlich der Einführung und Durchsetzung von Schutzmaßnahmen gibt. Naturschutzorganisationen setzen sich für den Schutz wichtiger Lebensräume ein, während die Erforschung des Verhaltens, der Fortpflanzung und der Wanderbewegungen von Sandtigerhaien gezielte Maßnahmen zu ihrer Erhaltung unterstützt.
Zoopedia sketchbook
Tierfakten
Keeper notes
Sandtigerhaie sind soziale Tiere und leben in Gruppen von bis zu 200 Individuen, deren Zusammensetzung sich durch ständiges Trennen und Wiederzusammenfinden verändert. In der Paarungszeit im Herbst und Winter schweben weibliche Sandtigerhaie über dem Meeresboden, während mehrere Männchen sie umringen und um das Recht kämpfen, sich mit ihnen zu paaren. Dabei zeigen sie aggressives Drohverhalten, um Rivalen zu verjagen. Das dominante Männchen leitet die Paarung ein, indem es seine Partnerin umkreist und sie in die Bauchflosse beißt, um sie in die richtige Position zu bringen. Die Weibchen können sich mit mehr als einem Männchen paaren. Sandtigerhaie sind ovovivipar – das heißt, die Jungtiere schlüpfen bereits im Mutterleib. Die Weibchen haben zwei Gebärmuttersäcke, von denen jeder mehrere Embryonen enthalten kann. Allerdings setzt sich in jedem Gebärmuttersack jeweils der stärkste Embryo durch und frisst die übrigen Embryonen. Nach 8 bis 9 Monaten bringt das Weibchen ein bis zwei Jungtiere zur Welt, die sofort eigenständig sind. Es erfolgt keine weitere Brutpflege. Männliche Sandtigerhaie erreichen die Geschlechtsreife im Alter von 4 bis 7 Jahren; die Weibchen werden mit 6 bis 10 Jahren geschlechtsreif.
Group and breeding
Group
Group size
2 – 6 (bis zu 6 Männchen, bis zu 6 Weibchen)
Male bachelor group
1-6
Female bachelor group
1-6
Offspring dispersal
Keine
Lifecycle and breeding
Life expectancy
15-30 Jahre
Age of sexual maturity
6 Jahre
Age of sexual sterility
Tod
Gestation or incubation
9 Monate
Interbirth period
27 Monate
Wurfgröße
1-2
Mating system
Promiskuitiv
Mating season
Herbst und Winter
Reproduction in captivity
Sehr schwer
Dominance
größenabhängige männliche Dominanz in der Paarungszeit
Verwandte Tiere
- Sandtigerhaie zeigen ein komplexes Sozialverhalten und sind oft in großen Schwärmen anzutreffen.
- Bei Embryonen von Sandtigerhaien tritt embryonaler Kannibalismus (auch „Adelophagie“ genannt) auf – das heißt, der größte Embryo frisst seine kleineren Geschwister in der Gebärmutter.
- Der Sandtigerhai ist die einzige Haiart, von der bekannt ist, dass sie Luft von der Oberfläche schluckt, um Auftrieb zu gewinnen. Manchmal wird diese Luft mit einer Art Rülpser wieder ausgestoßen.
- Sandtigerhaie sind groß und sehen einschüchternd aus, sind aber sanftmütig, bewegen sich langsam und wurden bisher nur sehr selten mit Angriffen auf Menschen in Verbindung gebracht.
- Es ist bekannt, dass junge Sandtigerhaie sogenannte Kinderstuben bilden, in denen sich viele Jungtiere an sicheren, abgelegenen Orten versammeln, um Fressfeinden zu entgehen.
Taxonomy
Class
Order
Family
Genus
Species