Overview
Die Rotfeder (auch Scardinius erythrophthalmus) ist ein weit verbreiteter Süßwasserfisch, der in weiten Teilen Europas und Westasiens heimisch ist, aber auch in Nordamerika, Neuseeland und Teilen Afrikas eingeführt wurde. Sie lebt typischerweise in langsam fließenden Flüssen, Seen, Teichen und Kanälen mit reichhaltiger Vegetation und bevorzugt stehende oder langsam fließende Gewässer, wo sie sich von Pflanzen und kleinen wirbellosen Tieren ernähren kann. Der Rotfeder ist ein mittelgroßer, seitlich gedrungener Fisch mit einem tiefen, goldgrünen Körper, rötlichen Flossen und einem auffälligen, nach oben gebogenen Maul. Erwachsene Tiere erreichen eine Länge von 20 cm bis 35 cm und wiegen zwischen 200 g und 400 g.
Found in Europa, Asien
Regions
- Asien
- Europa
Biomes
Gehegeanforderungen
Adult
Colourmorphs
IUCN Rote Liste
Minimum area
Deep water
50 m² + 15 m² pro zusätzlichem Tier
Environment
Temperature
18 bis 24°C
Plant coverage
30-60%
Water salinity
Süßwasser
Enclosure
Aquarium
Sozialverhalten & Fortpflanzung
Notizen für Tierpfleger
- Copepoden
- Algen-Pellets
Conservation
Gruppe und Zucht
Nicht gefährdet
Least concern
Critically endangered
Die Rotfeder gilt als „nicht gefährdet“ und wird häufig als invasive Art angesehen. In vielen Gegenden verdrängt sie einheimische Fischarten aus ihren Lebensräumen, von ihren Futterplätzen und Laichgebieten. Durch ihren starken Fraß an Wasserpflanzen verändert sie die Pflanzenwelt und Lebensräume erheblich, wo sie sich zum Nachteil der einheimischen Fauna ausbreitet. Die Rotfeder kann sich mit Arten wie Rotaugen, Brassen und Ukeleien kreuzen und so die genetische Integrität einheimischer Populationen gefährden. In manchen Gegenden ist es verboten, lebende Rotfedern zu transportieren oder sie als Lebendköder zu verwenden, und Angler werden gebeten, sie nicht in neuen Gewässern auszusetzen. Wo Rotfedern schon heimisch sind, versucht man, die Population durch mechanische Entfernung, Netzfischen oder gezieltes Angeln zu reduzieren. Mit Überwachungs- und Forschungsprogrammen werden die Populationstrends der Rotfedern verfolgt, Hybridzonen identifiziert und ökologische Auswirkungen bewertet. Mit Hilfe von Risikoanalysen werden gefährdete Gewässer ermittelt und für Schutzmaßnahmen priorisiert. All diese Maßnahmen sollen die Ausbreitung von Rotfedern eindämmen, ihre ökologischen Auswirkungen abmildern und die Artenvielfalt in Süßwassersystemen schützen.
Zoopedia sketchbook
Tierfakten
Keeper notes
Rotfedern leben meist in Schwärmen (Gruppen), vor allem als Jungfische, was ihnen Schutz vor Fressfeinden bietet und die Effizienz bei der Nahrungssuche verbessert. Die einzelnen Fische koordinieren ihre Bewegungen und suchen oft gemeinsam in der Nähe der Wasseroberfläche nach Insekten oder zwischen Wasserpflanzen nach Nahrung. Mit zunehmendem Alter und Körpermaß verbleiben Rotfedern zwar überwiegend in Gruppen, doch diese Schwärme sind meist kleiner und lockerer strukturiert. Besonders in weniger dicht besiedelten Gewässern treten ausgewachsene Exemplare hingegen häufig als Einzelgänger auf. Der Reproduktionszyklus der Rotfeder hängt stark von den jahreszeitlichen Veränderungen ab, vor allem vom Anstieg der Wassertemperaturen im späten Frühjahr und Frühsommer. Wenn die Temperaturen etwa 18 bis 20 °C erreichen, beginnt die Laichzeit der Rotfeder, was in gemäßigten Regionen in der Regel zwischen Mai und Juni der Fall ist. Während der Balz werden die Männchen aktiver und ihre Farben leuchtender, vor allem ihre Flossen färben sich intensiver rot, während sie die Weibchen in flachen, bewachsenen Gebieten umwerben. Die Männchen stupsen die Weibchen an und jagen ihnen hinterher, um die Freisetzung der Eier anzuregen. Das Laichen findet gemeinschaftlich in Schwärmen statt, wobei oft mehrere Männchen ein einzelnes Weibchen umwerben. Das Weibchen verbreitet klebrige Eier auf Unterwasservegetation oder anderen Oberflächen, während die Männchen gleichzeitig Sperma abgeben, um sie extern zu befruchten. Die Eier schlüpfen je nach Wassertemperatur nach etwa ein bis zwei Wochen. Die frisch geschlüpften Larven bleiben für kurze Zeit an der Vegetation hängen und absorbieren ihren Dottersack, ehe sie beginnen, sich von Plankton zu ernähren. Junge Rotfedern wachsen schnell und bilden aus Gründen der Sicherheit dichte Schwärme in der Nähe von Pflanzen. Rotfedern werden für gewöhnlich im Alter von 2 bis 3 Jahren geschlechtsreif, obwohl dies von Umweltbedingungen wie Temperatur und Nahrungsangebot abhängt.
Group and breeding
Group
Shoal size
20-50
Lifecycle and breeding
Life expectancy
17 Jahre
Age of sexual maturity
2.5 Jahre
Mating season
Sommer
Verwandte Tiere
- Die Kombination aus Widerstandsfähigkeit, auffälligem Aussehen und Anpassungsfähigkeit hat dazu beigetragen, dass sich die Rotfeder in vielen verschiedenen Lebensräumen gut durchsetzen konnte.
- Rotfedern zeichnen sich durch ihr nach oben gebogenes Maul aus, mit dem sie an oder nahe der Wasseroberfläche Insekten und Pflanzenmaterial fressen können.
- Junge Rotfedern ernähren sich hauptsächlich von Zooplankton, Wasserinsekten und kleinen wirbellosen Tieren. Mit zunehmendem Alter fangen sie an, sich mehr von Wasserpflanzen und anderen Pflanzen zu ernähren.
- Ausgewachsene Rotfedern können täglich bis zu 40 % ihres Körpergewichts an Pflanzen fressen.
- Rotfedern kreuzen sich oft mit anderen Karpfengattungen wie Rotaugen, Brassen und Döbeln.
Taxonomy
Class
Order
Family
Genus
Species