Overview
Gangesgaviale (auch Gavialis gangeticus) sind eine Krokodilart, die in den Flüssen des indischen Subkontinents heimisch ist und in Nepal und Nordindien nur noch in vier Flussabschnitten vorkommt. Man nennt sie auch Gaviale oder fischfressende Krokodile. Gangesgaviale haben lange, dünne Kiefer, mit denen sie Fische ideal erbeuten können. Sie leben nahezu ausschließlich im Wasser. Im Gegensatz zu anderen Krokodilarten haben sie nur schwache Beine und sind daher an Land sehr unbeholfen. In tiefen Gewässern sind sie dank ihrer langen, flachen und muskulösen Schwänze jedoch extrem wendig. Männchen haben eine markante Verdickung an der Schnauzenspitze, mit der sie Laute ausstoßen können, um während der Paarungszeit Weibchen anzulocken und andere Männchen einzuschüchtern. Abgesehen von diesem Unterschied weist die Art zudem einen Größenunterschied der Geschlechter auf: Männchen werden zwischen 3 m und über 6 m lang. Weibchen sind kleiner und leichter und erreichen eine Länge von 2,6 m bis 4,5 m. Das Durchschnittsgewicht ausgewachsener Tiere liegt bei 150 kg bis 250 kg, sehr große Männchen können ein Gewicht von über 600 kg erreichen.
Found in Asien – Indischer Subkontinent
Regions
- Asien
Gehegebedürfnisse
Size
Länge: 2.7 to 4.4 m
Umgebung
Male
300 kg
Female
105 kg
Bars use a log scale against the heaviest animal in the Zoopedia, the Flusspferd.
Measured as Länge. The person stands 1.75 m tall for scale.
Ernährung und Beschäftigung
Barrier grade
Grade 2 of 5
Minimum height
1 m minimum
Climbing & water
Climb proof
Not needed
Water barrier
Not allowed
IUCN Rote Liste
Minimum area
Land
110 m² + 16 m² pro zusätzlichem Tier
Water
300 m² + 30 m² pro zusätzlichem Tier
Deep water
120 m² + 52 m² pro zusätzlichem Tier
Environment
Temperature
14 bis 41°C
Plant coverage
0-80%
Enclosure
Gehege
Terrain
- Kurzes Gras 0-40%
- Sand 40-100%
- Erde 0-60%
- Fels 0-20%
- Wasser 0-100%
Sozialverhalten & Fortpflanzung
Notizen für Tierpfleger
- Kleine ganze Fische
- Süßwasserkrustentiere
Conservation
Gruppe und Zucht
Vom Aussterben bedroht
Least concern
Critically endangered
Wild population
650
650 in the wild. Rank 5 of 58 species with a known count, smallest first.
Der Gangesgavial gilt als vom Aussterben bedroht und ist in weiten Teilen seines früheren Verbreitungsgebiets lokal bereits ausgestorben. Der dramatische Bestandsrückgang ist auf die zunehmende Verschmutzung der Flüsse zurückzuführen, die den Fischbestand verringert, sowie auf den Sandabbau, der die für die Eiablage der Weibchen und das Sonnenbaden unverzichtbaren Sandbänke zerstört. Unregulierte Fischerei und das versehentliche Verfangen in Fischernetzen bedrohen die Art zusätzlich, während die Fragmentierung der Flüsse durch Staudämme und Bewässerungsprojekte ihre natürlichen Bewegungsmöglichkeiten und Fortpflanzungschancen einschränkt. Die Arterhaltungsmaßnahmen konzentrieren sich auf den Schutz der Lebensräume, die Einbindung der Bevölkerung sowie die Zucht in Gefangenschaft und die Auswilderung. Geschützte Flussabschnitte bieten sichere Nistplätze, und durch Flussrenaturierungsinitiativen werden weitere Gebiete nutzbar gemacht. Außerdem arbeiten Naturschutzorganisationen mit den Gemeinden vor Ort zusammen, um die fischereibedingte Todesrate zu senken. Zwar wurden seit den 1970er Jahren Tausende von Jungtieren gezüchtet und ausgewildert, doch haben die Wiederansiedlungen allein nicht wesentlich zur Wiederherstellung der Bestände beigetragen, da andere Faktoren nicht berücksichtigt wurden. Dank der gemeinsamen und anhaltenden Bemühungen ist die aktuelle Bestandsentwicklung jedoch positiv.
Zoopedia sketchbook
Tierfakten
Keeper notes
Gangesgaviale können zwar auf engem Raum zusammenleben und um sandige Flussufer konkurrieren, auf denen sie sich gerne sonnen, sind aber keine Gruppentiere. Dennoch kämpfen sie kaum gegeneinander, doch rivalisierende Männchen zischen sich mithilfe ihrer Schnauzenverdickung zu Einschüchterungszwecken gegenseitig an. Während der Brutzeit können zahlreiche Weibchen in unmittelbarer Nähe zusammenleben, während sie die Eier beschützen, die sie in den Sandbänken vergraben haben. Während der Paarungszeit von November bis Januar jagen sich männliche und weibliche Gangesgaviale gegenseitig, bis sie sich für einen Partner entscheiden, mit dem sie zufrieden sind. Ein Männchen paart sich mit vielen Weibchen, während die Weibchen sich nur ein Männchen aussuchen. Größere Männchen sichern sich die besten Nistplätze gegenüber ihren kleineren, noch nicht voll ausgewachsenen Rivalen. In der Trockenzeit, zwischen März und April, versammeln sich die Weibchen, um Gelege mit 30 bis 50 Eiern in einem sandigen Flussufer abzulegen und zu vergraben, die sie anschließend bewachen. Drei Monate später, im Juli, schlüpfen die Jungtiere. Die Weibchen helfen ihnen beim Ausgraben aus dem Sand, wenn sie ihre Rufe hören, und manche bleiben mit den Jungtieren an den Flussufern, bis die Monsunfluten alles überschwemmen. Darüber hinaus gibt es keine elterliche Fürsorge, und die Jungtiere müssen sich bereits nach dem Schlüpfen selbstständig Nahrung suchen. Weibliche Gangesgaviale werden bei einer Körperlänge von 2,6 bis 3 m geschlechtsreif, Männchen bei 3 bis 4 m, was einem Alter von etwa 13 bis 16 Jahren entspricht.
Group and breeding
Group
Group size
1 – 7 (bis zu 1 Männchen, bis zu 6 Weibchen)
Male bachelor group
1
Female bachelor group
1-7
Offspring dispersal
Keine
Lifecycle and breeding
Life expectancy
30-65 Jahre
Age of sexual maturity
16 Jahre
Age of sexual sterility
50 Jahre
Gestation or incubation
2 Monate
Interbirth period
10 Monate
Gelegegröße
2-9
Nest Type
Nest im Boden
Mating system
Polygyn
Mating season
Winter
Reproduction in captivity
Leicht
Colourmorphs
- Leuzistisch
Dominance
männliche Dominanz an Brutplätzen
Verwandte Tiere
- Die Verdickung an der Schnauzenspitze männlicher Gangesgaviale wird nach dem indischen Wort für Topf „Ghara“ benannt.
- Gangesgaviale sind die einzige Krokodilart, bei der sich der Geschlechtsdimorphismus nicht nur in der Größe, sondern auch in der Anatomie zeigt; die Männchen unterscheiden sich durch ihre markante Nasenverdickung von den Weibchen.
- Gangesgaviale legen die größten Eier aller Krokodilarten.
- Gangesgaviale sind nicht aggressiv. Ihre langen, dünnen Kiefer sind nicht dazu geeignet, größere Tiere anzugreifen.
- Die Schnauze des Gangesgavials weist Sensorzellen auf, die Vibrationen im Wasser erkennen können, was sie zu ausgezeichneten Fischjägern macht.
Taxonomy
Class
Order
Family
Genus
Species