Düsterdickicht
Hochwasser
Geschichten aus den Tagebuchseiten „Düsterdickicht“: 2 Einträge, zu lesen an 2 Orten (Düsterdickicht und Wogschimmer-Grund).
...ist einfach über den Bordstein gestiegen und bis zum Platz geschwemmt. Die sonst sanften Wellen des Flusses schäumten an der großen Treppe. „Eine heftige Flut“, sagten sie. „Flussaufwärts muss sich eine Blockade gelöst haben“ ... Aber ich bin anderer Meinung. Das Wasser schmeckt merkwürdig. Es peitscht gegen unsere Außenmauern und steigt immer weiter ... Während der Herrschaft von Königin Ehrlanz wäre das nie passiert. Unser Königreich wird unter Gormander zerfressen ... Wir sind schwach geworden.
Als Mädchen schien das Spiegelbild, das mich jeden Morgen auf der Oberfläche des Flusses begrüßte, so weit entfernt. Damals war ich noch klein. Ich senkte meinen Körper und streckte meine Arme aus, um die angenehme Strömung zu spüren, während die Leute an mir vorbeigingen. Ich kam kaum an den Grund.
Mein müdes Spiegelbild kommt nun jeden Tag ein Stückchen näher. Das Wasser schäumt bedrohlich. Möglicherweise werden wir bald alle seine kalte Umarmung erleben. „Verkauf einfach dein Haus und zieh um“, sagten sie. An wen denn? Alle anderen wollen doch auch weg!
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