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Was können wir vom Schwarmbewusstsein auf Strader VI lernen?
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Was können wir vom Schwarmbewusstsein auf Strader VI lernen?

Datenbankeintrag

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Wie sind die „Individuen“, aus denen ein Schwarmbewusstsein besteht, einzuordnen? Sind sie eher dumme Bestandteile des größeren intelligenten Organismus oder ist das größere „Bewusstsein“ eher ein Ergebnis der unabhängigen Organismen? Kann beides zutreffen?

Wir definieren den Organismus anhand seiner Merkmale, sehen diese Eigenschaften aber als vom jeweiligen Umfeld abhängig an. Das Konzept einer Kaulquappe ist bedeutungslos, ohne das Konzept des Frosches, zu dem sie sich entwickeln wird. Die Vorstellung eines Jägers ist substanzlos, ohne ein Verständnis von seiner Beute zu haben. Dies wirft die Frage auf: wenn wir alles zu begründen versuchen, indem wir auf alles Existierende permanent Bezug nehmen, was haben wir dann eigentlich erklärt?

Ein illustrierendes Experiment wurde kürzlich an der Schwarmkolonie, die auf Strader VI entdeckt wurde, durchgeführt. Es wurde außerhalb des Nests ein Gerät platziert, das Individuen, die sich ihm nähern, durch Stromschlag tötet. Eine Ameisenkolonie würde viele Individuen verloren haben, bevor ein einfaches Gefahrensignal erfolgreich zwischen ihnen ausgetauscht worden wäre. Dies hätte zu einer „erlernten“ Meidung des Geräts geführt. Erfolgreich, aber kostspielig.

Die Kolonie auf Strader VI zerfiel schnell in zwei Fraktionen:

  • eine versuchte, das Gerät mit roher Gewalt zu versetzen und Individuen dabei zu opfern
  • die zweite versuchte, das Gerät mit Sand zuzudecken.

Da sich diese beiden Ziele gegenseitig ausschließen, kam es zum Kampf. Die erste Fraktion wurde aufgrund ihrer reduzierten Zahl geschlagen. Das Gerät wurde sicher vergraben und die Überlebenden riefen einen Waffenstillstand aus. Aus der Perspektive der Individuen muss diese Erfahrung schrecklich gewesen sein. Aus der Perspektive des Schwarmbewusstseins wurde ein nagendes Problem mit der effektivsten Lösung überwunden. Welche Perspektive ist die „richtige“?

Unser Vorschlagkeine. Durch den Versuch, diese Wesen in unsere starren Konzepte zu zwingen, malen wir von der Welt einen falschen Eindruck von Greifbarkeit und Bedeutung, der ein Spiegelbild unserer Konzepte von uns selbst ist.

Wir beschreiben, dass sich die Individuen auf Strader VI gegenseitig „angriffen“, wie Mikroben im menschlichen Körper. Dennoch kann die Strader-Kolonie, wie der Körper, als Ganzes nicht gesund sein ohne die „Aggressionen“ ihrer Bestandteile. Wir beschreiben Neuronen im Gehirn als dumm, aber Gehirne als Ganzes als intelligent – doch wenn sich eine Idee im Gehirn durchsetzt und andere unterdrückt, beschreiben wir das dann als einen Akt der Aggression? Trauern wir um tote Neuronen?

Wenn eine Philosophie oder Technologie sich in einer menschlichen Gesellschaft durchsetzt… wenn Kriege ihretwegen geführt werden und Menschen sterben… ist das korrekt betrachtet gut oder böse? Dies soll nicht die Bedeutung unserer Existenz untergraben. Aus unserer Sicht ist unsere Existenz durchaus sehr wichtig. Aber ist unsere Zivilisation, unser Universum, wirklich anders als die Kolonie auf Strader VI? Ist Intelligenz auf Dinge aus Fleisch und Blut beschränkt? Oder ist das Universum in Wirklichkeit ein riesiges intelligentes System und wir nichts weiter als Amöben, die selbstgefällige Schlaglöcher in seine Oberfläche bohren?

Als Wissenschaftler täten wir gut daran, uns darauf zu besinnen, dass es nicht unser Ziel ist, die Welt zu malen wie wir sie sehen, sondern sie so zu sehen wie sie ist.